Von Ioannina fahren wir auf der Hauptstrasse nach Albanien. Noch auf der griechischen Seite entscheiden wir kurzerhand, nicht zu den Ohrit Seen (ca 900 m.ü.Meer) sondern die Küste anzupeilen. Es ist uns einfach zu kalt in der Höhe. Rund 35 km nach der Grenze erreichen wir die Stadt Gjirokaster (UNESCO Kulturerbe) und finden zufällig ein niegelnagel neuer Campingplatz für 7 € pro Nacht. Die Betreiberfamilie freut sich über jeden Gast. Es ist ihre erste Saison. Wir bleiben zwei Tage, um die Stadt zu erkunden und Geld zu wechseln. Die erste Überraschnung Kaffee für 100 Lek (ca 1 Fr.). Später stellen wir fest, dass dies, mitten in der historischen Altstadt, ein eher teurer Kaffee war. Dieses Jahr werden im Zentrum Kanalisation, Wasser, Elektrisch und Belag (Steinplatten) erneuert. Vor einem Jahr waren die Fassasden renoviert worden. Die Erneuerung betrifft nur das historische Zentrum. Kaum etwas abseits, gibt es keine Strassen mehr, nur Wege mit Löchern, Treppen, Trampelpfade. Die Menschen sind sehr freundlich und zuvorkommend.

Weiter gehts Richtung Küste. Unterwegs kaufen wir ein, in kleinen Läden oder am Strassenrand. Früchte und Gemüse gibt es in Hülle und Fülle für wenig Geld. Es ist Erdbeersaison, die munden uns sehr als Zwischenverpflegung. Immer wieder gibt es guten Kaffee. Uns interessiert auch die Landschaft. Daher zweigen wir von der Hauptstrasse ab. Oh, fertig Teerbelag. Trotzdem kommen uns 40-Tönner Tanklastwagen entgegen. Die Strasse gleicht einem Bachbeet mit vielen Tümpeln. So gelangen wir nicht ans Meer und übernachten dafür auf einer Alpwiese. Die Bauern kommen uns am frühen Morgen besuchen. Auch zwei friedliche Hunde kommen vorbei. Die Lastwagen wundern uns sehr, überhaupt ist da über diese sehr schlechte Strasse ein reger Verkehr. Am Morgen fährt gar ein Bus. Zudem ist ein strenger Geruch in der Luft, und überall stehen rostige Türme. Bei der Weiterfahrt klärt sich die Frage, wir treffen auf Pumpen in Betrief und Tanks. Es wird Oel gefördert und mit den grossen Tanklastern wegtransprotiert.

Die Küstenstadt Vlore rüstet für die Badegäste auf. Kilometerlang präsentiert sich die Promenade mit Hotels und Apartementhäusern, immer mindestens sieben Stockwerke hoch. Wir übernachten in einem einfachen Campingplatz am Meer. Weiter gehts danach Richtung Norden über Fier nach Berat, die Stadt der tausend Fenster. In Albanien sind alt und neu sehr nahe beisammen. Esel werden genauso gebraucht wie der Mercedes. Sogar auf der Hauptstrasse treffen wir das alte Paar mit dem Eselkarren oder Einachser. In Berat sind Touristen und gleichzeitig Menschen die betteln. Kaum weg von der Hauptstrasse sind Häuser und Strassen sehr heruntergekommen. Es fehlt an allem.

Unterwegs verständigen wir uns mit einem Motorradintercom. So können wir uns auch unterhalten.

Es ist regnerisch angesagt. Daher nehmen wir uns vor, gleich die 120 km bis nach Tirana weiter zu radeln und dort ein Hotelzimmer zu nehmen. Der Kontrast ist gross, Tirana ist wirklich städtisch mit dem grossen Skanderbergplatz um den Regierungsgebäude, Theater, Historisches Museum, Banken usw angeordnet sind. Bemerkenswert sind die Grünflächen. Sie sind sehr naturnah bepflanzt, (Salbei, Zitronenmelisse, wilder Majoran usw.). Überall sitzen Menschen in Cafes, es wird vor allem guter Kaffee und Wasser getrunken. Viele Menschen sind gut angezogen, teure Autos fahren umher. Daneben bieten ärmlich gekleidete Menschen ihre Produkte (Früchte, Kräuter, Gemüse usw.) auf dem Trottoir an.

7 Kommentare zu „Albanien 20. – 29.5.2019

  1. Eure Reise ist ja richtig abenteuerlich! Aber Hauptsache: Es gibt feinen Kafi!
    Ich freue mich über euren Bericht und die speziellen Fotos.
    Viele Grüsse
    Ursula

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  2. Naja, Kaffee gut, alles gut. Ich erinnere mich in Japan war der Kaffee euer größtes Problem. Geniesst die Zeit in Albanian scheint euch ja sehr zu gefallen und schiesst weiter schöne Fotos wir verfolgen alles gerne mit.

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  3. Hallo ihr zwei,
    Aus persönlicher Info von meiner 4 wochen albanien tour weiss ich das sich der albaner gerne hoch verschuldet um einen tollen merz zu fahren aber leisten kann er sich den eigentlich nicht wie auch die vielen designerklamotten.
    Die seitenstrassen sind häufig ohne teer oder in SEHR schlechtem zustand.
    Die Albaner sind sehr nett und sie geben für gastfreudschaft alles auch wenn sie fast nix haben.
    Albanien ist nen tolles Land und ich würde sofort nochmal dort hin.
    Wir waren vor 4 tagen am ohrifsee – da habt ihr echt was verpasst
    Grüsse
    Christian

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  4. Hallo Ihr zwei Radler,
    Vielen Dank für die tollen Berichte und Fotos. Kaffee ist für uns auch immer eine Belohnung.
    Wir sind noch nicht mit dem Velo unterwegs, wandern fast jede Woche Etappen Weise auf dem Trans Swiss Trail, auch spannend. Im August möchten wir dann starten. Dieses Gebiet wo ihr durchreist, interessiert uns auch!
    Danke, gute Fahrt und Trockenes Wetter!
    Karin und Andreas

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  5. Liebe Kathrin

    Das tönt ja schon sehr spannend. Die Bilder sind auch toll. Es ist einfach herrlich, zu zweit irgendwohin radeln und zu schauen was da kommen mag. Und dabei noch so schöne Land- und Ortschaften kennen zu lernen.

    Wir gehen Morgen für zwei Tage im Jura wandern, den sogenannten Jurahöhenweg ab Weissenstein. Wir treffen Kathrin Schwarz mit ihrem Freund, sie sind bereits seit einer Woche unterwegs.

    Nach den Regengüssen in den letzten Tagen soll es bald wieder wärmer werden.

    Liebe Grüsse

    Hedwig

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